Historie

Eine Idee wird Wirklichkeit

Die Geschichte des Kinder- und Jugenddorfes Maria Regina ist eng mit der Geschichte der Untermühle in Silz (im Volksmund auch Klostermühle) verknüpft, die Ende des 16. Jahrhunderts, verbunden mit einem großen Landbesitz, errichtet wurde. Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts auftretende Massenarmut verlangte dringend Maßnahmen, die die Not der Bevölkerung lindern und die katastrophale Lage der Kinder beseitigen sollten.

Das 1856 von Pfarrer L. Karbeck gegründete Armenkinderhaus in Silz gibt damals zeitweise 80 Kindern ein Zuhause. Die Erziehung liegt in den Händen von vier Mallersdorfer Franziskanerinnen. Im Jahr 1859 wird die Unter- oder Klostermühle verkauft und dem Armenkinderhaus in Silz angegliedert. Durch den plötzlichen Tod von L. Karbeck entwickelte sich sein Werk jedoch nicht weiter. 1879 geriet es in finanzielle Schwierigkeiten und die Mühle sowie der gesamte Besitz des Armenkinderhauses wurde von der Familie von Maria Regina Neufeld ersteigert.

Neustart 1955 als Kinderheim

Eine neue Epoche in der Geschichte des Kinderheims beginnt, als im Jahre 1955 die Generalpriorin des Instituts der Armen Schulschwestern in Speyer (heute Institut St. Dominikus Speyer), die in der ganzen Pfalz und auch in der Region um Silz als Schulschwestern und in der Krankenpflege arbeiteten, das beträchtliche Erbe der Familie Neufeld annimmt und den Gedanken verwirklicht, Kindern ein Zuhause zu geben, deren Eltern oder Verwandten es nicht möglich ist, sie längerfristig bei sich aufzunehmen. Nach baulichen Veränderungen ziehen auf den Tag genau (101 Jahre später) am 9. November 1957 die ersten Kinder aus dem St. Annastift Ludwigshafen in das Kinderheim in Silz ein. Die Pflege, Erziehung und Bildung der Kinder übernehmen Ordensschwestern aus Speyer. Doch der Platz reichte bald nicht mehr aus und das Heim war baulich nicht mehr erweiterungsfähig.

Aus dem Kinderheim wird ein Kinderdorf

Die aus der Begleitung und Betreuung der Kinder gewonnenen Erfahrungen sowie pädagogischen und psychologischen Überlegungen geben den Anstoß zur Verwirklichung der Kinderdorfidee, um notleidenden Kindern und Jugendlichen eine möglichst familiennahe Heimat und Erziehung zu geben. Diese weitreichende und zukunftsorientierte Entscheidung verlangte eine umfassende pädagogische Konzeption, und zum anderen werden die notwendigen Bauten geplant und errichtet.

Im Sommer 1967 werden die ersten drei Kinderdorfhäuser feierlich eingeweiht, und einige Wochen später ziehen die ersten Kinder ein. Nach dem Abschluss des zweiten Bauabschnitts im Herbst 1969 sind drei weitere Häuser bezugsfertig, und in einem weiteren siebten Haus wird die Verwaltung untergebracht. Das dreiteilige Gemeinschaftshaus mit Kapelle, Verwaltung, Aula, Gymnastikraum sowie Spiel- und Werkräumen wurde im Januar 1977 in Betrieb genommen und am 4. Februar 1978 feierlich eingeweiht. Das Kinderdorf übernimmt nun auch den Namen „Maria Regina“.

Moderne Jugendhilfeeinrichtung

Ab 2003 begann die Generalsanierung der Kinderdorfhäuser Haus 1 und Haus 2. Ab Anfang 2006 folgen Haus 3 und Haus 4. Ein großer Schritt war auch der Neubau der Außengruppe in Landau.

2017 kann das Kinderdorf auf 50 ereignisreiche und erfolgreiche Jahre zurückblicken.