Haus 5

Haus 5 hieß früher einmal Haus 4. Außerdem wohnten wir ein Haus weiter den Berg hinunter. Während den ganzen Umbaumaßnahmen und Erneuerungen der Gruppenhäuser gab es sehr viele Umzüge. Um der damaligen Gruppe 5 einen Umzug in das Notquartier in unserem Haupthaus zu ersparen, verblieb die Gruppe 4 in diesem Notquartier. Die Gruppe 5 bezog das frisch renovierte Haus der Gruppe 4 - und schon waren alle für einige Monate verwirrt. Ehrlich gesagt sind es manche noch immer!!!

Unsere Gruppe 4 zog, als die Renovierungsarbeiten des 5. Hauses beendet waren, in selbiges ein waren aber nach wie vor die Gruppe 4. Mit der Zeit hatten sich dann alle an die Situation gewöhnt, bis die Gruppen 4 und 5 wieder die Nummern tauschen sollten. Es ist nun einmal doch schöner, wenn im geordneten Deutschland nach dem 3. das 4. Haus kommt wenn man die Straße den Berg hinauf läuft. So wurden wir also das 5. Haus. Und mal ehrlich, eigentlich sind wir alle froh. Denn der schöne grüne Anstrich unserer Hausfassade ist doch der Schönste im ganzen Kinderdorf.

In unserer Gruppe, mit dem Schwerpunkt Diabetes, arbeiten fünf Erzieher, eine Dipl.-Sozialpädagogin und zwei Hauswirtschaftskräfte. Alle sind geschult im Umgang mit an Diabetes erkrankten Kindern und Jugendlichen. Bei uns untergebracht sind zehn Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren, mit und ohne Diabetes. Wir legen sehr viel Wert auf einen strukturierten Tagesablauf. Viele unserer Kinder kennen dies von Zuhause nicht.

Gerade wegen unseres Schwerpunktes Diabetes ist es in unserer Gruppe äußerst wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen strukturierte Tagesabläufe erlernen. Ein Kind mit Diabetes muss seinen Tagesablauf viel durchdachter planen als ein gesundes Kind. Dies beginnt schon nach dem Aufstehen am Morgen mit dem Messen des Blutzuckerspiegels. Nach diesem richtet sich dann das weitere Vorgehen. Der richtige Umgang mit der Erkrankung muss lange und intensiv - zusammen mit dem Personal - eingeübt werden. Bei Jugendlichen in der Pubertät kann dies durchaus ein sehr schwieriges Unterfangen sein.

Aus dieser Schwerpunktarbeit ergibt sich eine andere Besonderheit unserer Gruppe. Wir achten sehr auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes ist dies ein Hauptbestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Davon profitieren auch die Kinder und Jugendlichen die nicht an Diabetes erkrankt sind. Vielen ist nicht nur ein strukturierter Tagesablauf fremd, sonder auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Oft wissen diese gar nicht was z. B. Gemüse ist. Somit profitieren gesunde und erkrankte Kinder gleichermaßen.

Ansonsten versuchen wir den Kindern und Jugendlichen ein so normales Leben zu bieten wie es eigentlich in ihrer Herkunftsfamilie der Fall sein sollte. Hierzu gehören auch Gruppenurlaube während der Schulferien. Ziele liegen meist innerhalb Deutschlands oder in den angrenzenden Nachbarländern. 2012 finden  zwei Gruppenurlaube statt. Einer in Österreich und einer in Deutschland.

An den Wochenenden versuchen wir den Kindern oft auch verschiedene andere Aktivitäten anzubieten, wie Schwimmbad- oder Kinobesuche, Klettern im Kletterpark oder an unserer Kinderdorfkletterwand, Trampolinspringen oder einfach mal ein Wanderausflug. Um einige dieser Aktionen sicher durchführen zu können, haben verschiedene Erzieher sich in einigen Bereichen weitergebildet. Hierzu gehört unter anderem eine Rettungsschwimmer-, Trampolin- oder Kletterausbildung.

Aber auch außerhalb der Gruppe versuchen wir uns in den Kinderdorfalltag einzubringen. Für das gesamte Kinderdorf organisiert unserer Gruppe seit 2011 in regelmäßigen Abständen eine Kinderdisco, die bei den Kindern und Jugendlichen der Einrichtung sehr beliebt ist. An der momentan im Aufbau befindlichen Theateraufführung sind wir ebenfalls beteiligt.

Da bei jedem unserer Kinder andere pädagogische Aspekte im Vordergrund stehen ist unsere Arbeit sehr vielfältig und eigentlich nie langweilig. Jedes Kind und jeder Jugendliche fordert uns aufs Neue. Oft bedeutet dies für uns die Notwendigkeit sehr kreative Lösungsansätze zu finden. Diese sollten jedoch, so weit es uns möglich ist, unser lösungsorientiertes Konzept widerspiegelt. Und wenn wir dann sehen wie die Kinder herzlich lachend im Sommer über unser Außengelände rennen wissen wir, dass unsere Arbeit doch immer, irgendwie Früchte trägt.